Zapfenstreich

Zapfenstreich zum Neheimer Volksfest - Schützenfest

Der Name „Zapfenstreich“ stammt aus der Zeit der Landsknechte. Ende des 16. Jahrhunderts, im Jahr 1596, wurde erstmals ein Abendsignal in Verbindung mit dem Zapfenschlag erwähnt. Mit einem solchen Schlag oder einem Streichen über den Zapfen eines Fasses wurde das Signal zur Nachtruhe gegeben. Ab diesem Zeitpunkt durfte kein Wirt mehr Getränke ausgeben, die Landsknechte mussten das Zechen und das Würfelspiel einstellen und sich in ihre Zelte zur Nachtruhe zurückziehen.

Im Laufe der Zeit wurde es üblich, das Zeichen der Nachtruhe in musikalischer Form zu geben. Die Kavallerie benutzte dazu Trompetensignale, die Infanterie Flöte und Trommel.

Hierbei hörte man die drei Posten, die bis heute gespielt werden:


Die erste Post rief die Reiter vom Schlachtfeld zurück, erwartete die Erfolgreichen. Doch zum Appell werden Männer und Pferde fehlen.

Die zweite Post rief noch einmal, rief die Versprengten, die Verwundeten.

Die dritte Post, beklagte die Verluste, spendete ein feierliches Gedenken.

Man begegnet oft der Behauptung, dass Friedrich Wilhelm III. von Preußen, orientiert an der russischen Armee, das Lied (Ich bete an die Macht der Liebe) als Gebet in den Zapfenstreich der preußischen Truppen befohlen hätte. Das Lied wird bis heute als Gebet gespielt.

Die übliche Zapfenstreich-Zeremonie geht auf die Zeit der Befreiungskriege (1813-1815) zurück.

Erstmals öffentlich und in der uns heute bekannten Form zu hören war der große Zapfenstreich 1838 in Berlin, zu Ehren des russischen Zaren Nikolaus I.

Seit 1922 findet er in der Nationalhymne seinen Abschluss.

Der große Zapfenstreich ist in der Bundeswehr die höchste Auszeichnung die eine Zivilperson erhalten kann. In der Öffentlichkeit ist er vor allem durch die Verabschiedungen der Bundespräsidenten, der Bundeskanzler, der Verteidigungsminister und auch durch das Neheimer Volksfest bekannt.

 
Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist Neheim 1607 e.V.