Die Schützenbruderschaft vor ihrem 400-jährigen Bestehen
1982 - 375 Jahre Schützen in Neheim
Im Januar 1982 trafen sich die ehemaligen Könige der Bruderschaft und gründeten die Gemeinschaft der Zaunkönige – ehemalige Könige der Neheimer Schützenbruderschaft.
Vom 17. - 19. Juli wurde das 375-jährige Jubiläum der Schützenbruderschaft und mit ihm Ehrenoberst Franz Heimann als Jubiläumskönig gefeiert.
Der Jägerverein schenkte unserer Schützenbruderschaft nach dem Jubiläumsfestzug im Zelt eine neue Königskette.
Da der bisherige Standort der Vogelstange am Wiedenberg dem Straßenbau weichen musste, wurde nach einem neuen Platz gesucht. Nach anfänglichen Einwänden des Jägervereins wurde sie letztendlich am Fresekenhof aufgestellt und mit dem vom Ehrenmitglied der Bruderschaft, Erzbischof Dr. Degenhardt, abgegebenen ersten Schuss in Betrieb genommen. Die Spitzenvertreter der Schützenverbände sowie Erzbischof Dr. Degenhardt wurden zu einem Empfang in den Drostenhof geladen. Die anschließende feierliche Schützenmesse zusammen mit den Neheimer Priestern rundete das Zusammenkommen ab.
1983
Im Jahre 1983 wurde das Volksfest zusammen mit dem Jubiläum „625 Jahre Stadt Neheim“ gefeiert. Ein in Bildern unterteilter historischer Festzug aus Mitgliedern der Schützenbruderschaft und anderen Neheimer Vereinen sowie befreundeten Schützenbruderschaften bescherte den zahlreichen Zuschauern in Neheims Straßen ein einmaliges Erlebnis. Die Schützenbruderschaft stellte dabei das Bild Nr. 9: „Unterhaltung und Verteidigung der Stadtmauer“.
Am 5. Dezember 1983 wurde nach erfolgreicher Renovierung des Fresekenhofes die erste Vorstandssitzung im linken Gewölberaum abgehalten. Diesen teilen sich die Schützen mit dem Strohdorfclub Neheim.
1984
Vom 18. - 20. August 1984 wurde das Neheimer Volksfest vom Jägerverein ausgerichtet, der gleichzeitig sein 150-jähriges Jubiläum feierte. In der Generalversammlung am 2. Dezember sprach sich die Bruderschaft einstimmig für die Beibehaltung des Marktplatzes als Festplatz aus, auch wenn aus bautechnischen Gründen (Tunnelbau) weniger Fläche zur Verfügung stand. Doch der Platz sollte grundsätzlich nicht als Festplatz gefährdet werden. Ein entsprechender Brief wurde verfasst und an den damaligen Bürgermeister Alex Paust geschickt mit der Bitte, sich für dieses Vorhaben einzusetzen.
1985
Im April 1985 fand eine gemeinsame Unterschriftenaktion der Schützenbruderschaft und des Jägervereins zur Beibehaltung des Neheimer Marktplatzes als Festplatz statt. Dieser Aktion war ein Antrag der SPD-Fraktion, einen anderen Festplatz in Innenstadtnähe zu suchen, vorausgegangen.
Am 19. April 1985 wurde beschlossen, Stadtfahnen anzuschaffen, die die Bürger käuflich erwerben konnten.
Vom 17. - 19. August feierte man das Volksfest unter schwierigen räumlichen Verhältnissen: Nur 1.200 qm Zeltfläche standen wegen der Tunnelbauarbeiten zur Verfügung. Eingeleitet wurde das Fest am 16. August durch einen Heimatabend unter Mitwirkung des Heimatbundes.
Am 13. Dezember 1985 fand erstmalig ein Seniorentag für die Mitglieder der Bruderschaft im Fresekenhof statt.
Die Bruderschaft zählte inzwischen 557 Mitglieder.
1986
Am 20. März 1986 stellte Baudezernent Rütger Niemeyer der Schützenbruderschaft in der ehemaligen Firma Steinau die Pläne zur Neugestaltung des Marktplatzes und des Gransauplatzes vor. Die erste Städte- und Bildungsfahrt fand am 29. und 30. November 1986 statt. Ziel war die Hansestadt Bremen, wo man u.a. den Weihnachtsmarkt besuchte.
1987
Am 17. Januar 1987 erhielt die Bruderschaft bzw. Schießgruppe in Lemgo die vom Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker verliehene „Sportplakette des Bundespräsidenten“. Sie wurde von Kultusminister Hans Schwier überreicht.
Am 10. April teilte der Vorstand mit, dass sich die Suche nach den alten Protokollbüchern der Bruderschaft, den sogenannten Gründungsbüchern, als erfolglos erweise. Sie sind bis heute unauffindbar.
Am 13. September nahm die Bruderschaft am Europaschützenfest in Lippstadt teil. Das Fest wurde von 30.000 Schützen und 80.000 Gästen besucht.
Am 31. Oktober 1987 feierte die evangelische Christuskirche in Neheim ihr 150-jähriges Bestehen. Unsere Schützenbruderschaft gehörte zu den Gratulanten.
Die Neheimer Volksfeste fanden wieder, wie vereinbart, im jährlichen Wechsel zwischen der Schützenbruderschaft und dem Jägerverein als Veranstalter auf dem Marktplatz statt.
1990
In diesem Jahr stellte sich der langjährige Schriftführer der Bruderschaft, Theo Schröder, nicht mehr zur Wahl. Auf Grund seiner besonderen Verdienste um das Schützenwesen und die Schützenbruderschaft war er mit den höchsten Orden des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften und des Sauerländer Schützenbundes ausgezeichnet worden.

Oberst Ludwig Meinzer konnte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nicht mehr wahrnehmen. Zu seinem Nachfolger wurde in der Generalversammlung am 9. Dezember 1990 Günter Becker gewählt. Sein Stellvertreter war Scheffe Herman Griesenbrock, der 1989 Hans Josef Rocholl, seit 1982 im Amt, abgelöst hatte. Weiterer Stellvertreter wurde Friedhelm Meisterjahn, der 1991 als Nachfolger von Günter Becker zum Scheffen gewählt wurde.
Inzwischen zählte die Bruderschaft 652 Mitglieder.
1991
Ein Leitfaden für zukünftige Könige wurde 1991 erstellt, um die finanziellen Belastungen für das Königspaar im Rahmen zu halten.
Außerdem wurde in diesem Jahr eine Kinderkompanie gegründet. Die Mitgliedschaft von Frauen in der Schützenbruderschaft war inzwischen ebenfalls möglich geworden.
Der Bierumsatz auf dem Volksfest betrug 245 Hektoliter.
1992
In der Generalversammlung am 13. Dezember 1992 referierte Alex Streit über das Thema „Entstehung und heutige Verwendung der Kirchensteuer“.
1993
Im Vorstand wurden Überlegungen angestellt, das Kreisschützenfest auszurichten, für das 4.000 Sitzplätze notwendig waren. Doch selbst unter Einbeziehung des Tunnels konnten diese nicht garantiert werden. Auch die Behörden stellten für die Bruderschaft nicht erfüllbare Auflagen. Das Fest konnte daher nicht von ihr ausgerichtet werden.
Die Schützen gründeten 1993 eine Jugendkompanie.
1994
Für die Anschaffung einer Stele zum Gedenken der Opfer der Möhnekatastrophe im Mai 1943 spendete die Bruderschaft eine beachtliche Summe. Die Einweihung des Mahnmals fand am 23. April 1994 statt. Der Journalist Fritz Pleitgen, späterer Intendant des WDR, erinnerte an die Opfer.
Der mit der Stadt bestehende Pachtvertrag für das Gelände an der Jahnallee wurde in einen Erbbauvertrag umgewandelt.
Am 11. Dezember 1994 hielt Bürgermeister Hans Josef Vogel in der Herbstversammlung einen interessanten Vortrag über das Thema „Die kleinen Lebenskreise stärken“ bzw. „Zuerst der Bürger, dann die Stadt / der Staat“. Sein Anliegen war es, sich für rechtzeitige Bürgerbeteiligungen bei Großplanungen einzusetzen und damit eine Dezentralisierung vieler Aufgaben zu gewährleisten. Für die Schützen war dies ein löbliches Vorhaben, da es seit ihrem Bestehen eine Selbstverständlichkeit ist, sich aus verantwortungsbewusstem Bürgersinn für das Gemeinwohl einzusetzen. Dies ist in ihrer Satzung festgeschrieben.
1995
Im Jahre 1995 hatte die Bruderschaft bereits 716 Mitglieder.
Der Bierpreis auf dem Neheimer Volksfest betrug 1,70 DM.
1996
Am 8. März wurde in der Generalversammlung eine umfassende Renovierung der Kegelbahnen angekündigt, die mit dem „Tag der offenen Tür“ am 31. August abgeschlossen werden konnte.
Des Weiteren schafften die Schützen gemeinsam mit den Jägern eine große Tribüne für den Vorbeimarsch sowie ein Kassenhäuschen für die Volksfeste an.
Eine vom geschäftsführenden Vorstand vorgeschlagene Beitragserhöhung von 24,00 DM auf 30,00 DM wurde vom Gesamtvorstand wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage – es herrschte eine hohe Arbeitslosigkeit – abgelehnt. Dies geschah, obwohl seit 1978 keine Anpassung der Beiträge erfolgt war.
1997
Am 22. März 1997 wurde das Vorstandsmitglied Raimund Reuther zum Stadtoberst gewählt. Er gab das Amt aus persönlichen Gründen am 1. November 1999 wieder ab.
Während des Volksfestes vom 23. - 25. August brannte ein Schaustellerwagen aus. Der Tod eines Kindes war zu beklagen. Durch eine spontane Spendenaktion und die Aufstockung der Summe durch Schützen und Jäger konnte der Familie ein Betrag in Höhe von 4.500,00 DM überreicht werden. Der Bestand der Bruderschaft hatte eine Zahl von 788 Mitgliedern erreicht.
1998
In diesem Jahr wurde der neben dem Schützen- und Keglerzentrum gelegene Verkehrskindergarten von der Schützenbruderschaft und dem Kegelclub Schock 11 mit hohem finanziellen Aufwand und mit über 300 ehrenamtlichen Arbeitsstunden renoviert.
Zum 50. Todestag von Franz Stock (siehe Kapitel in der Chronik zu 400-Jahrfeier 'Schützenbruderschaft und Franz Stock') fuhr eine Schützendelegation zur kirchlichen Feier nach Chartres. Auch der damalige Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl sowie der heimische Bundestagsabgeordnete Friedrich Merz nahmen daran teil.
In der Jahreshauptversammlung am 13. März 1998 wurde der Beitrag für Mitglieder, mittlerweile 882, von 24,00 DM auf 30,00 DM erhöht. Im Weiteren gab man in der Generalversammlung am 6. Dezember 1998 die Gründung von vier Kompanien bekannt.
1999
Am 16. Januar wurden dem Vorstand die Pläne zur Erweiterung und Neugestaltung des Gesellschaftsraumes im Schützen- und Keglerzentrum vorgestellt, welcher dann am 31. Juli 1999 bereits in Betrieb genommen werden konnte.
2000
Im Jahr 2000 wurde durch die Schützen anlässlich des Schnadeganges im Hasbachtal ein mit einer Urkunde versehener Äspohlstein (siehe Kapitel in der Chronik zu 400-Jahrfeier „Schnadegang“) aufgestellt. Kopien dieser Urkunde wurden dem Heimatbund und dem Stadtarchiv übergeben.
Ebenfalls in diesem Jahr übergab die Schützenbruderschaft dem Pfarrer der Gemeinde Sankt Johannes Baptist eine zur Gründung des Dombauvereins zweckgebundene Spende. Am 2. Dezember 2000 informierte der Vorsitzende des Dombauvereins, Rütger Niemeyer, während eines Seniorennachmittags über die Kirchensanierung.
In der Herbstversammlung am 10. Dezember hielt der Leiter der Planungsabteilung „Stadtentwicklung“, Thomas Vielhaber, vor den Mitgliedern der Bruderschaft einen Vortrag über die Planung „Bahnhof Neheim-Hüsten und Umfeld“.
2001
Die Schützenbruderschaft stiftete ein Brückenbild, welches am 17. August 2001 an der Ohlbrücke angebracht wurde.
Der von unserer Bruderschaft am 27. Oktober 2001 ausgerichtete Herbstball fand auf Grund mangelnder geeigneter Räumlichkeiten in Neheim in der Hüstener Schützenhalle statt.
Die Bruderschaft zählte in diesem Jahr über 1.000 Mitglieder.
2002
In der Frühjahrsversammlung am 8. März stellte sich Oberst Günter Becker nicht mehr zur Wahl. Als Nachfolger wurde Hans-Eberhard Hilger zum Oberst gewählt. Günter Becker wurde Ehrenoberst.
Die Generalversammlung am 8. Dezember 2002 legte fest, dass der jeweilige Freitagabend des Schützenfestes als volkstümlicher Abend mit freiem Eintritt Bestandteil der Feierlichkeiten sein soll.
2003
Am 1. März des Jahres konnte die Familie Mayer das 25-jährige Jubiläum als Pächter des Schützen- und Keglerzentrums feiern.
Im Frühjahr 2003 wurde ein Architekt für die umfangreiche Sanierung des Schützenund Keglerzentrums beauftragt. Die Sanierung endete zum 1. Juli 2003 und die Kegelbahnen konnten wieder freigegeben werden. Gleichzeitig kehrten die Sportkegler zurück, die einige Jahre ihre Trainingsabende und Wettkämpfe an anderer Stätte durchgeführt hatten.
Auch fanden in diesem Jahre umfangreiche Sanierungsarbeiten auf dem Gelände des Schützen- und Keglerzentrums und auf dem Schießstand in Eigenleistung statt.
Die Schützenbruderschaft zählte 1.126 Mitglieder.
Am 24. Dezember 2003 feierte unserer Präses Franz Schnütgen seinen 70. Geburtstag. Erzbischof Hans-Josef Becker ernannte ihn auf Grund seines vorbildlichen priesterlichen Wirkens zum Geistlichen Rat (ehrenhalber). Die Bruderschaft schenkte ihm einen Rundflug – nicht nur über seine Wirkungsstätte Neheim, sondern auch über sein Elternhaus
im Kreis Olpe.
2004
Zur Vorbereitung des Jubelfestes 2007 wurden am 16. Januar 2004 die Kommissionen „Festakt, Chronik, Ausstellung“ und später „Sponsoring“ gegründet, die zügig ihre Arbeit aufnahmen.
Am 28. April verabschiedete man Ehrenoberst Günter Becker als stellvertretenden Diözesan-Bundesmeister und Hans-Eberhard Hilger wurde Bezirks-Bundesmeister.
Mit einem „Tag der offenen Tür“, der zusammen mit den Neheimer Keglern am 16. Oktober 2004 veranstaltet wurde, konnten die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen (Bau einer behindertengerechten Toilette, neuartiges Tonnendach etc.) am Schützen- und Keglerzentrum abgeschlossen werden.
Das Schützen - und Keglerzentrum erhielt am 24. Oktober die Auszeichnung „Barrierefreie Gaststätte“ vom VDK.
In der Generalversammlung am 10. Dezember 2004 hielt Oberstleutnant Bomke von der Bundeswehr einen aufschlussreichen Vortrag über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan.
2005
Im Januar initiierte die Schützenbruderschaft gemeinsam mit dem Jägerverein im Kulturzentrum ein Benefizkonzert für die Opfer der Tsunami-Flutkatastrophe 2004 in Asien. Die Moderation übernahm Schützenoberst Hans-Eberhard Hilger.
Präses Franz Schnütgen wurde im Juli 2005 verabschiedet und zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt. Als seinen Nachfolger führte man am 5. September Pfarrer Stephan Jung von unserer Pfarrei Sankt Johannes Baptist ein.
In der Herbstversammlung informierte Oberst Hans-Eberhard Hilger über den Stand der Vorbereitungen für das Jubelfest 2007. In der gleichen Versammlung wurde Schriftführer Klaus Schickhoff, der von seinem Amt zurücktrat, für seine
langjährige Mitarbeit gedankt und Andreas Skrzypek zum Nachfolger gewählt.
2007 - 400 Jahre SCHÜTZEN FEST IN NEHEIM
In der Jahreshauptversammlung am 9. März wurde das endgültige Konzept für den Ablauf des Jubiläums 2007 vorgestellt. In diesem Jahr haben insbesondere das Königspaar Doris und Volker Schneider sehr viele Repräsentationsaufgaben wahrzunehmen. Diese begannen mit dem Neujahresempfang für die Neheimer Vereine im Schützen- und Keglerzentrum, wo Bürgermeister Hans-Josef Vogel und Oberst Hans-Eberhard Hilger auf die Bedeutung des 400-jährigen Jubiläums hinwiesen.
