Die Anfänge der Neheimer Schützen bis zum Jahr 1607
Das Schützenwesen hat auch in Neheim seit jeher eine große Bedeutung. Doch liegen seine Anfänge, wie bei allen westfälischen Städten, im Dunkel der Geschichte.
Große Feuersbrünste, die Neheim fast bis zur völligen Vernichtung heimsuchten, haben Dokumente und Urkunden vernichtet. Gesichert ist die Jahreszahl 1607. In diesem Jahr hat der Erzbischof von Köln, Kurfürst Ernst von Bayern, die Gründung der Bruderschaft begünstigt und die Statuten, die dem Wortinhalt nach noch erhalten sind, genehmigt.
Daß jedoch in Neheim vor 1607 eine Schützengilde bestanden hat, kann indirekt aus der Tatsache geschlossen werden, daß der eben genannte Erzbischof bei seinem Durchzug durch die Stadt Neheim am 6. Juni 1584 "herrlich mit Schießen empfangen wurde" (Feaux, Geschichte Arnsbergs, 1895, Seite 238).
Graf Gottfried III. von Arnsberg hatte Neheim 1263 stadtmäßig befestigen lassen. Grundsätzlich waren alle Bürger für die Verteidigung der Stadt mitverantwortlich. Die Schützen waren in den Städten eine Eliteeinheit der Bürgerwehr.
Nach Aussage von Dr. Theo Reintges waren die Schützengilden freiwillige Zusammenschlüsse von an Schießübungen interessierten Bürgern, also Schießübungsgemeinschaften. Es ist eigentlich undenkbar, dass eine Stadt wie Neheim keine Schützengilde gehabt haben sollte. Ihre Blütezeit erlebten die Schützengilden bis etwa zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges.
Die veränderte Kriegsführung und die Entwicklung der Waffen waren Gründe, daß in vielen Städten das Schützenwesen verkümmerte. Die Schützengilden wurden im Laufe der Zeit mehr und mehr zu Vereinigungen, die das Schießen nur noch als Brauchtum pflegten. "Es waren", wie es in einem alten Statut heißt, "freundliche und brüderliche Beysammenkünfte, durch die das bürgerliche Wesen, Frieden und Einigkeit desto baß gepflanzet und erhalten wurden".
Die neuen bzw. wiedergegründeten Vereinigungen schlossen sich eng dem kirchlichen Leben an. Sie wurden als kirchliche Bruderschaften zugelassen und privilegiert. Das geschah in Neheim im Jahre 1607.
von Theo Schröder
