Schützenfest 1999

Nachlese 1999

Das Plakat zum Neheimer Volksfest - Schützenfest 1999Vom 07.08.99 bis 09.08.99 richtete die Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist Neheim 1607 e.V. unter Mitwirkung des Jägervereins Neheim das "Neheimer Volksfest - Schützenfest" aus.
Bevor es aber soweit war, mussen, beginnend am Donnerstagnachmittag, den ganzen Freitag und Samstagvormittag, viele freiwillige Arbeitsstunden (Zeltausschmückung, Aufbau des Zaunes um das Festzelt usw.) von den Schützenbrüdern geleistet werden.

 

Samstag, 07.08.1999

Am Vormittag des 08.08.99 fand in der Zeit von 10ºº Uhr - 13ºº Uhr wieder die Veranstaltung "JAZZ vorm FEST" statt. Leider ließ das Wetter zu wünschen übrig. Es regnete "Katzen und Hunde". Im Festzelt spielte die BigBand des Franz-Stock-Gymnasiums unter Leitung von Anke Tetzlaff Jazz-Highlights des Jahrhunderts. Die Schützenruderschaft präsentierte im Zelt ihre Internetseiten.
Parallel zu diesem Auftritt lief eine Live-Sendung von "RADIO SAUERLAND" vom Vorplatz des Festzeltes aus. Einige Titel der BigBand wurden live über den Sender geschickt. In Interviews mit Mitgliedern der Bruderschaft, Stadtvertretern und "normalen Bürgern" wurde auf die Bedeutung des Neheimer Volksfestes hingewiesen.
In der Fußgängerzone konnte einem Platzkonzert des Fanfarencorps Neheim-Hüsten zugehört werden. 

An der geöffneten Kasse des Festzeltes wurde die Möglichkeit geboten, Eintrittskarten und Wertmarken für das Schützenfest zu erwerben. Hiervon wurde stark Gebrauch gemacht. Das alles zusammen ließ schon im Vorfeld auf ein gelungenes Fest schließen.

Der offizielle Teil des Schützenfestes begann um 17ºº Uhr mit einem Festhochamt in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Zu den Klängen des Musikvereins Herdringen zogen Schützen und Jäger, angeführt von ihren Fahnenabordnungen, feierlich in den festlich geschmückten "Sauerländer Dom" ein. Die hl. Messe war in diesem Jahr ein außergewöhliches Ereignis, konnte doch Domprobst Henrichs aus Köln als "Gastprediger" gewonnen werden. Diese Predigt hatte es dann auch in sich. Nicht umsonst ist Domprobst Bernhard Henrichs mit dem "Orden wider den tierischen Ernst" ausgezeichnet worden. Er verfügt über die seltene Gabe, die Gottesdienstbesucher wirklich zum zuhören zu bewegen. Höhepunkt der Messe war der traditionelle Opfergang der Schützen. Zum Ende der Messe spielte der Musikverein Herdringen "Music" von John Miles. - Spitzenklasse, Gänsehaut !

Nach dem Auszug aus der Kirche marschierten Schützen und Jäger in Begleitung mehrerer Musikkapellen zur Vogelstange am Fresekenhof. Bereits bei diesem Festzug wurden die Straßen von einer vielköpfigen Zuschauermenge gesäumt. Am Fresekenhof erfolgte das traditionelle "Vogelaufsetzen".Der Schießkasten war erstmalig mit einer hinter der Vogel angebrachten Textur "Neheimer Volksfest - Schützenfest 1999" geschmückt. Sah gut aus. Unter Leitung von Hauptmann Rainer Leygraaf spielten der Musikverein Herdringen und der Spielmannszug Vosswinkel den "Großen Zapfenstreich". Gegen 1915 Uhr erfolgte der Rückmarsch zum Festzelt.

Im Festzelt begrüßte Schützenoberst Günter Becker die Anwesenden und gab den Start zur "Megaparty Schützenfest" frei. Die Showbands "Kenneth King & Party Plus" und "DOUBLE TOWN FIVE" heizten den Festbesuchern im ohnehin nicht kühlen, "knackvollen" Zelt zusätzlich bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags ein. - Alles blieb friedlich; dies war ein Verdienst der erstmalig eingesetzten professionellen Security-Gesellschaft.

 

Sonntag, 08.08.1999

Der Schützenfestsonntag war wieder der öffentliche Glanzpunkt des Festes. An diesem Tag fand nachmittags der "Große Festzug" durch die Straßen Neheims statt.
Am Beginn dieses Tages stand der traditionelle Weckruf, die "Reveille". Ab 6ºº Uhr früh war eine Gruppe der Schützenbruderschaft in Begleitung des MV Herdringen unterwegs um mehreren verdienten Mitgliedern, dem Präses, dem Jägerkönig und dem Schützenoberst ein Ständchen zu bringen. Auch das St. Johannes-Hospital und das Seniorenheim "Klostereichen" wurden, wie schon in vielen Jahren zuvor, besucht.

Karl-Heinz Welke & Dr. Daniela KocendaOrden, mit dem sich das scheidende Königspaar an der Königskette verewigt. (Stadtansicht aus dem 17. Jahrh.)Gegen 11ºº Uhr traf diese Gruppe dann beim Frühschoppen des amtierenden Königspaares, Karl-Heinz Welke & Daniela Kocenda, am Fresekenhof ein. Dort hatten sich bereits Schützen, Freunde und Bekannte des Königspaares zum Umtrunk eingefunden. Diese Veranstaltung wurde ca. 13ºº Uhr beendet, da viele hier anwesende Schützen sich an den Kompanienlokalen/Treffpunkten einzufinden hatten um von dort im Kompanieverbund zum Antreteplatz zu marschieren. Der geschäftsführende Vorstand hatte 50-Liter Gerstensaft für diejenige Kompanie ausgesetzt, die zahlenmäßig die Stärkste im Festzug sein würde. Die Aussicht auf diesen Grundstock zu einem Kompaniefest wirkte stark motivierend. Sieger bei diesem Wettstreit wurde die 2. Kompanie (Leitung: A. Cöppicus-Röttger).

Pünktlich um 15ºº Uhr setzte sich der Festzug bei strahlendem Sommerwetter (30° C !) in Bewegung. Am Zugweg durch die Straßen Neheims hatten sich Tausende von Zuschauern eingefunden. Aus allen Richtungen war ein fröhliches "Horrido" zu vernehmen. Die "unter der Hitze leidenden" Marschierer wurden an vielen Stellen mit stärkenden Getränken aus den Reihen der Bevölkerung versorgt.Bernd Lahme mit Kompanieschild der "3."Ein Schmuckstück im Festzug war das von Bernd Lahme gemalte Kompanieschild der "3.". Um ca. 1545 Uhr erreichte der Zug den Gransauplatz. Hier wurde vor dem Vorbeimarsch an der Tribüne eine kurze Rast eingelegt. Besonders die zahlreich mitmarschierenden Kinder hatten eine Pause dringend nötig. Sie wurden traditionell bei "Lenzen Berni" mit Getränken versorgt.
Um 16ºº Uhr erfolgte das Startkommando zum Vorbeimarsch an der Tribüne. Die Obersten der Schützen und Jäger, die geschäftsführenden Vorstände, die Königspaare mit Gefolge und Personen des öffentlichen Lebens nahmen auf der Tribüne stehend die Parade ab. Oberst Günter Becker begrüßte jede vorbeiziehende Festzugabteilung und stellte sie in kurzen Worten der zahlreich anwesenden Bevölkerung vor. Vom Gransauplatz führte der Weg direkt ins Festzelt. Für die große Menge der mitmarschierenden Kinder u. Jugendlichen der Schützen und Jäger waren im Zelt schon Waffeln und Getränke bereitgestellt worden. Nachdem diese Dinge verzehrt worden waren, folgten alle Kinder einer Einladung des "Cafe Wirth am Dom" zum Eis essen. Dies ist über die Jahre eine schon traditionelle Einrichtung in der Festfolge des Sonntags geworden. Die Familie Wirth stiftet für alle Kinder eine Portion Eis. Nach dem Vorbeimarsch der Vereine und Musikkapellen tanzte der Hofstaat der Bruderschaft an der Tribüne die "Neheimer Quadrille". Als gegen 17ºº Uhr alle Festzugteilnehmer im Zelt angelangt waren, wurden sie von Vorstandsmitgliedern der Schützenbruderschaft mit Getränken gestärkt.

Button 1999Oberst Becker konnte im Festzelt eine große Anzahl von Ehrengästen (MdB Friedrich Merz {CDU}, MdB Dagmar Schmidt {SPD}, MdL Alfons Lösecke {CDU}) begrüßen. Besondere Ehrungen wurden den ehemaligen Königinnen Hermine Berken (1959-1960), Lissy Schneider (1974-1975) sowie dem Königspaar von 1973-74 Franz u. Grete Glaremin zuteil. Anschließend wurden die Vorstandsmitglieder Heinz Lausmann (Hoher Bruderschaftsorden des BDHS für langjährige Tätigkeit als Adjutant d. Königs) und Klaus Schickhoff (Verdienstorden für hervorragende Verdienste des SSB) mit hohen Orden bedacht. Die anwesenden Königspaare trafen sich mit den geehrten Jubelkönigspaaren zum gemeinsamen Kaffeetrinken im Speiseraum. Bis zum Königstanz um 1830 Uhr gaben die Musikkapellen Konzerte in wechselnder Reihenfolge. Ab 19ºº Uhr spielten die Tanz-u. Showband "BALUS" und der MV Herdringen im abermals gut besuchten Zelt zum Tanz auf. Zwischendurch wurde nochmals die "Neheimer Quadrille" vom Schützen-Hofstaat getanzt.


 

Montag, 09.08.1999

Wer wird neuer Schützenkönig ? - Diese seit Tagen die Bevölkerung beschäftigende Frage sollte an diesem Vormittag unter der Vogelstange am Fresekenhof beantwortet werden. An Geheimtips mangelte es wie alle Jahre zuvor auch diesmal nicht. Die Kompaniegründung in der Bruderschaft trug ebenfalls zu gesunder Konkurrenz zwischen den Kompanien im Kampf um die Königswürde bei.

Um 9.ºº Uhr trafen sich die Schützenbruderschaft, der Jägerverein und mehrere Musikkapellen in der Burgstraße um dann gemeinsam zur Vogelstange am Fresekenhof zu marschieren. Nachdem der MV Herdringen einen Choral gespielt hatte, wurde das Vogelschießen mit den Ehrenschüssen eröffnet. Zunächst war der Andrang an den Gewehren so groß, das noch keine ernsthaften Interessenten ausgemacht werden konnten. Zwischenzeitlich schoß Axel Cöppicus-Röttger ,Chef der 2. Kompanie, den mit einer Prämie von 30-Litern Bier ausgelobten Reichapfel aus den Krallen des Vogels. Mit der Zeit reduzierte sich das Bewerberfeld um die Königswürde zunächst auf Michael Kamphaus, Markus Ulrich, Andreas Nase, Raimund Reuther (alle 3. Kompanie), Helmut Lahme (2. Kompanie) und einen "Herrn in Zivil" namens Horst Stille (1. Kompanie). Letzendlich stritten sich die Schützenbrüder Ulrich, Kamphaus und Lahme um den letzten noch im Kasten verbliebenen Splitter. Es kam, wie es kommen musste (und aus Sicht der "2." sollte): König 1999-2001 wurde Helmut Lahme.

(Schützen)-Familie Lahme

Der neue Schützenkönig entstammt einer alten Neheimer Handwerkerdynastie, die seit Jahrzehnten den Schützen eng verbunden ist. Er übt den Beruf des Apothekers ("Biber - Apotheke", Neheim) aus. Noch 1997 war er im Endkampf um die Königswürde Karl-Heinz Welke unterlegen. Die Familie seiner Ehefrau Dorothee stellte bereits 2-mal den Schützenkönig der Bruderschaft (Vater Norbert Kampmann sen. von 1967-68; Bruder Norbert Kampmann jun. von 1993-95). Die 4 Kinder des Königspaares sind im Hofstaat und der Jugendgruppe engagiert. - Die Schützenfamilie schlechthin !

Schützen, Jäger und die zahlreichen Zuschauer des Vogelschießens ließen den neuen Regenten mit einem mehrfachen "Horrido !" hochleben. Ex-König Karl-Heinz Welke übergab die Insignien der Königswürde an seinen Nachfolger.
Nachdem die örtlichen Medien "Westf. Rundschau" und "Westfalenpost" ihre Interviews gemacht hatten gab Hauptmann Rainer Leygraaf das Signal zum Abmarsch. Durch von jubelnden Zuschauern gesäumte Straßen zog der Festzug angeführt von dem "alten" und "neuen" König zurück zum Festzelt.
Hier wurde der neue Schützenkönig nochmals kräftig bejubelt und mit Glückwünschen überhäuft.
Mit Spannung wurde nun auf das Eintreffen der neuen Schützenkönigin gewartet. Gegen 11ºº Uhr hatte das Warten ein Ende. Adjutant Theo Glaremin führte die Königin Dorothee Lahme durch ein Spalier von erwartungsfrohen Zuschauern ins Festzelt. Am Königstisch wurde der Königin die Krone durch ihre Vorgängerin Dr. Daniela Kocenda unter großem Beifall übergeben.
Abordnungen befreundeter Vereine, Musikkapellen und öffentlicher Institutionen hatten nun die Gelegenheit dem Königspaar ihre Glückwünsche auszusprechen.
Bedingt durch die große Hitze verlagerte sich das sonst im Zelt stattfindende Schützenfesttreiben mehr und mehr in die im Freien liegenden Außenbezirke des Zeltbereiches. Dies wirkte dann wie ein riesiger Biergarten.

Helmut & Dorothee LahmeFür 16ºº Uhr hatten die neuen Regenten zu einem Umtrunk am Fresekenhof geladen. Die Organisation dieser Veranstaltung lag in den Händen der 2. Kompanie - jetzt "Königskompanie". Der König aus den eigenen Reihen, 30-Liter vom Reichsapfel und 50-Liter aus der Teilnahmeprämie am Sonntag - dies alles war Motivation genug, sich "richtig reinzuhängen". Schon um die Mittagszeit war die "Biber"-Apotheke des Königspaares von Kompaniemitgliedern in "Königs"-Apotheke umbenannt worden. Bereits ab 11ºº Uhr konnte der neue König im Internet bewundert werden. ("Schönen Dank", Delta-Internet GmbH) Kurz nach 17ºº Uhr formierte sich am Fresekenhof der Festzug. Mit einiger Verspätung marschierten Schützen und Jäger nochmals durch Neheims Straßen. Mittelpunkt diese Umzuges war natürlich das neue Königspaar. Als dieser Festzug um ca. 18ºº Uhr im Festzelt eintraf hatte sich hier eine "Super-Stimmung" breit gemacht. Beim Königstanz boten die durch die Königskompanie eilends organisierten und an die Zeltbesucher verteilten blauen Luftballons ein stimmungsvolles Bild. Ab 20ºº Uhr heizte die "DOUBLE TOWN FIVE" den unermüdlichen Tänzern noch einmal richtig ein. Die Stimmung war, nicht zuletzt wegen des sympathischen Königspaares, supergut.


 
Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist Neheim 1607 e.V.