Patronatsfest mit Fahnenweihe
Unter Mitwirkung des Spielmannszuges Niederense feierte die Schützenbruderschaft am 3. Juni, dem Dreifaltigkeits-Sonntag, das höchste kirchliche Fest der Bruderschaft.
Im Rahmen des Patronatsfestes fand auch die Fahnenweihe statt. Die anlässlich des 400-jährigen Jubiläums neu geschaffene, von dem Neheimer Künstler Haimo Hieronymus entworfene Fahne, wurde während des Hochamtes geweiht.
Nach dem Hochamt fand sich die Schützenfamilie im Fresekenhof ein und verbrachte dort einige gemütliche Stunden beim traditionellen Frühstück mit leckeren Schnittchen und frischem Kaffee.
Das anschließende Jugendschützenfest führte Alt und Jung zusammen.
Die neue Fahne der Schützenbruderschaft

Die vom Neheimer Künstler Haimo Hieronymus entworfene Fahne, wurde anlässlich
des Patronatsfestes von Präses Pfarrer Stephan Jung geweiht.
Besonders der Brückenschlag zwischen Tradition und moderner Thematik sticht
ins Auge.
So schreibt der Künstler Haimo Hieronymus:
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Fahnen - mehr
Sich in die Situation zu begeben, eine Fahne gestalten zu wollen, bedeutet zwangsläufig auch eine Auseinandersetzung mit dem Bildträger als Thema. Zunächst steht dann eine einfache Frage im Raum: Was ist eigentlich eine Fahne? Diese Überlegung verknüpft sich fast automatisch mit der Reflexion um die Funktion und nicht zuletzt die Geschichte. Zurückblickend in die Historie lässt sich sagen, dass Fahnen immer ein Teil unseres Da - Seins waren. Fahnen zeigten immer Positionen auf: Schaut her, hier bin ich; hier bin ich gewesen. Sie fungieren als zweiseitige Zeichen, zeigen Bewegung auf und den Status Quo. Fahnen haben die Zeitläufe überstanden, Königreiche und schlimme Diktaturen, haben sich trotz oder wegen ihrer Geschichte, aber auch Veränderbarkeit, behauptet. Ihre Motive haben sich verändert, ihre Botschaften waren immer Teil ihrer jeweiligen Zeit. Für eine Fahne ist nichts ist schlimmer, als sich in den Insignien einer vergangenen Epoche auszuruhen. Sie wird zu einem unverstandenen Relikt, entleert von Sinn und Bedeutung. Fahnen müssen als Wegweiser den aktuellen Weg weisen, nicht die vergessenen Pfade einer dunklen Vergangenheit. Neue Wege zu gehen aber heißt nicht, alle Brücken hinter sich abzubrechen. Man kann nur aus der Sicherheit der Tradition heraus das Neue wagen. Sind aber Fahnen in unserer Zeit der Überflutung mit elektronischen Medien noch nicht obsolet geworden? Zunächst möchte man fast sagen, ja. Dann jedoch geht man in ein Stadion, man hat die fahnenbeschwenkte Begeisterung der Weltmeisterschaften von 2006 und 2007 vor Augen, sieht das Treffen junger Menschen aus aller Welt zum Weltjugendtag 2006 in Köln und muss plötzlich feststellen, dass Fahnen aktueller sind, als noch vor einigen Jahren. Sie setzen immer noch Zeichen, aber nicht mehr nur als abgetakelte Symbole der Macht, sondern als jene der Lebensfreude, der Gemeinschaft, der Harmonie, der Demokratie und des Friedens. Viele Künstler beschäftigten sich in den letzten Jahren mit diesem Thema, versuchen das wechselseitige Wesen der Fahne zu fassen, versuchen aus der Tradition neue Wege für die Fahnen, sogar Staatsflaggen zu finden So hat auch die Fahne der Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist Neheim zum 400jährigen Jubiläum einerseits eine grundlegende Änderung erfahren, andererseits ist sie ihrer Tradition treu geblieben. Als Zeichen der Dreifaltigkeit hat sich das Dreieck bewährt. In diesem Dreieck findet sich eine Gruppe von fröhlichen Menschen zusammen, sie erleben eine wohltuende, sinnvolle Gemeinschaft. Die einzelnen Figuren tragen keine individuellen Gesichter und stehen so stellvertretend für jeden einzelnen Schützenbruder, aber auch für jene Menschen, die sich dem Schützenverein zugehörig fühlen. Um die vom der Bruderschaft ausgehende Energie, ihr Leben zu verdeutlichen, durchweht diese Figuren ein Feuerschweif, ein wärmendes, aber auch mitreißendes Leuchten. Die Zeit schlägt einen weiten Bogen um dieses Logo: Vergangenheit, als Erinnerung an die Geschichte, Gegenwart, als Vergegenwärtigung des Zusammenseins, Zukunft, als Ansporn zur Verantwortung. Die Rückseite der Fahne trägt weiterhin das Wappen der Stadt Neheim auf blauem Grund. Die Fahne steht so in zweifacher Tradition: Im Verlauf der Geschichte des Schützenvereins hat man die Vorderseite immer der aktuellen Zeit angepasst, der Stolz auf die eigene Stadt blieb im Wappen der Rückseite dokumentiert. In diesem Sinne kann man fast schon von einer konservativen Fahne sprechen. Jedoch soll nicht alles Alte unbefragt in die Gegenwart transportiert werden, sondern in steter aktiver Auseinandersetzung stehen. |
Neben dem eigentlichen Fahnentuch kann die Fahne mit einer besonderen Fahnenspitze
aufwarten; diese umschließt die Worte ''Neheim - 400 Jahre - 2007''. Entworfen
wurde die Fahnenspitze von dem Fähnerich der Bruderschaft Bernd Obertrifter.
Die anderen Fahnen der Schützenbruderschaft finden Sie hier.
Als Rückschau zum Patronatsfest, das mit dem Jugendschützenfest zusammen gefeiert
wurde, finden Sie hier den Artikel der Westfalenpost von Achim Benke und Dorothea Neller
erschienen am 4. Juni 2007:
Ein früherer Kinderkönig wurde jetzt Jugendkönig
Die Jugendkompanie der Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist hat
seit gestern einen neuen Schützenkönig. Moritz Lahme holte den
„goldenen Vogel" aus seinem Kasten und löste das scheidende Königspaar
Dominik Reuther und Doreen Möckel ab.
Mit ihm kämpften noch weitere fünf Bewerber und Bewerberinnen um
die Jugendkönigswürde. Nach 38 Minuten und 66 Schuss waren die zwölf
Leucntmittel im „Vogelkasten" am Fresekenhof zerschossen. Der
17-jährige Realschüler aus Neheim war vor zehn Jahren schon
Kinderschtützenkönig,
Scheffe Raimund Reuther orakelte, dass Moritz in zehn Jahren den
großen Vogel runterholen wird. „Der Rhythmus muss ja beibehalten
werden", grinste er. Zu seiner Königin erkor er seine Mitkonkurrentin,
die 15-jährige FSG-Schülerin Juliane Couto aus Neheim.
Erstmals feierte die Schützenbruderschaft ihr Jugendschützenfest
zusammen mit ihrem Patronatsfest. Die Bruderschaft beging schon am
Morgen ihre Feierlichkeiten mit einem Festhochamt in der Pfarrkirche
St. Johannes. Während der Messe wurde die anlässlich des 400-jährigen
Jubiläums gestiftete Fahne geweiht. Sie soll ganz neue Akzente setzen.
Deshalb warteten schon einige Interessierte auf ihre Enthüllung. Der
Neheimer Künstler Haimo Hieronymus hat sie entworfen. Sie zeigt ein
blaues Dreieck mit einer Gruppe von Menschen. Von außen dringt eine
symbolische Flamme hinein. Ein Schriftzug mit den Worten „Vergangenheit
- Gegenwart - Zukunft" umschließt die Darstellung, Pfarrer Stephan Jung
erklärte in seiner Predigt am „Fest der Allerheiligsten
Dreifaltigkeit", dass eine Fahne ein Zeichen der Gemeinschaft sei. Das
Dreieck symbolisiere die „Dreifaltigkeit Gottes". Die Gruppe stehe für
das Miteinander in der Schützenbruderschaft. „Das Dreieck ist der
fromme Rahmen - und den Inhalt bestimmen wir selbst. In ihm leben,
bewegen und sind wir", meinte Jung. In ihrer Tracht stellten sechs
Schützenbrüder während der Messe die Messdiener und den Lektor. Nach
dem Hochamt trafen sich die Schützen zum Frühstück im Fresekenhof.
