Großer Neheimer Schnadegang 2008
260 zogen aus zur Neheimer Schnade
Neheim. (JK) Eindrucksvoll war der Ablauf des Schnadegangs, ebenso die
Begrüßung am Fresekenhof, als die 260 Teilnehmer vom Fanfarenkorps
Neheim mit Fanfaren- und Paukenklängen empfangen wurden.
Schließlich war der Fresekenhof mit über 400 Leuten besucht, die an den Tischen ihre Erbsensuppe, ihr Würstchen und ihre Getränke genossen. Andreas Cloer, Oberst der Neheimer Schützenbruderschaft, die diesen Schnadegang ausrichtete, begrüßte alle an traditionsreicher Stätte und bedankte sich bei allen Helfern der Schützen, vom Heimatbund und den SGV-Abteilungen aus Neheim, Voßwinkel, Holzen und Herdringen, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz zum Gelingen beigetragen hatten.
Den SGV-Abteilungen und auch dem Heimatbund wurden von Cloer zur Erinnerung an dieses Ereignis Schnadewimpel überreicht, die von Achim und Thea Benke (3. Schützenkompanie) entworfen wurden.
Unterhalten wurden die Besucher von den Arnsberger Bürgerschützen. Für die Kinder hatten die Schützen verschiedene Spielstände aufgebaut. Von den Mitgliedern der 4. Kompanie wurden die Neheimer Stadtrechte aus dem Jahre 1358 verteilt.
Begonnen hatte alles mit dem Anblasen des Schnadehorns durch den ehemaligen Stadtförster Heinz Dohle am Neheimer Glockenspiel. Danach machten sich Schützen, Heimatbund- und SGV-Mitglieder sowie die Landespolitiker Klaus Kaiser (CDU) und Gerd Stüttgen (SPD) auf zum Potsdamer Platz. Hier trafen die SGV-Nachbarn dazu und es wurde eine Rast eingelegt.
Alle Hände voll zu tun hatte das Pohläs-Team, das aus Carsten Eckertz und Bernd Obertrifter bestand. Mit dem Grenzstein vertraut gemacht wurden die Schützenkönigin Bärbel Glaremin und auch Oberst Andreas Cloer. Gepohläst wurden das Jägerkönigspaar Hermann und Marion Aland, Lilli und Carla Obertrifter, Werner Obertrifter, Leo, Rieke und Maren Cöppicus-Röttger, Achim und Thea Behnke, Edgar Junker und Bernd Cloer.
Die weiteste Anreise hatte Dagmar Ker, die ihre Heimatstadt von Australien aus besuchte. Ältester Teilnehmer war Willi Keggenhoff (82), jüngster Lennard Cloer (4), der von seinem Onkel Andreas Cloer ein entsprechendes Geschenk bekam.
Einen Dank an den Ausrichter gab es von Bürgermeister Hans-Josef Vogel. Alle genossen den gelungenen Abschluss des Schnadegangs am Fresekenhof.
Erschienen am 7. September 2008 in der Westfälischen Rundschau; von Julius Kolossa
Schnadewimpel erinnert an Stadtjubiläum
Den über 100 Jahre alten Schnadewimpel trug der 12-jährige Lars Krampe. Zum 650. Jubiläum der Stadtrechte Neheim hatten Schützenbruderschaft, Heimatbund und SGV-Abteilung den traditionellen Schnadegang organisiert. Unter den Wanderern waren auch die stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Goldner sowie die Landtagsabgeordneten Klaus Kaiser und Gerd Stüttgen. Der Weg führte zunächst Richtung Schwiedinghauser Feld. Der Vorsitzende des Heimatbun-des, Franz-Josef Schulte, erklärte den Wanderern, das der Ort eine Hude (Waldweide) war. Der Hudehirt hütete hier Schweine und Schafe. Die Hirten hatten bei Schützen-festen freien Eintritt und mussten von den Schützen verpflegt werden.
Am "Silbersee" entlang und dann durch den "Kirchenwald" ging es zum Potsdamer Platz in den Staatsforst Holzen. Dort empfingen Schützenbrüder in historischen Kostümen die Wanderer. Die SGV-Abteilungen aus Holzen, Herdringen und Vosswinkel kamen dort bei dieser Stern-Schnad hinzu. Bernhard Padberg, Alex Paust und Meinolf Strackbein erzählten Dönekes von früheren Schnadegängen.
30 Wanderer gepohläst Am Grenzstein aus 1840 angekommen, erläuterte Schulte, dass das Hohlwegbündel im Stadtwald ein Bodendenkmal ist. Beim Pohläsen schwitzten Bernd Obertrifter und Carsten Eckertz mächtig. Rund 30 Schnadegänger wurden gepohläst. Darunter Schützenkönigin Bärbel Glaremin, Jägerkönigspaar Hermann und Marion Aland sowie Gerd Stüttgen und Schützenoberst Cloer. Er wurde nach Neheimr und Holzener Art auf den Grenzstein gesetzt. Am Fresekenhof wurden die Schnadegänger vom Fanfaren-Korps Neheim-Hüsten empfangen.
Cloer begrüßte hier über 300 Gäste, darunter Bürgermeister Vogel. Ein besonderes Geschenk bekamen die beteiligten SGV-Abteilungen und Heimatbund von der Schützenbruderschaft. Einen extra angefertigten Schnadewimpel. Für die zünftige Musik sorgte das Blasorchester der Arnsberger Bürgerschützen. Präsente bekamen: Dagmar Ker aus Australien (sie war am weitesten angereist), Lennart Cloer (4 Jahre) als jüngster und Willi Keggenhoff (82 Jahre) als ältester Teilnehmer. Beim Schnadegelage gab es Erbsensuppe aus der Gulaschkanone und reichlich Erfrischungen.
Erschienen am 7. September 2008 in der Westfalenpost; von Achim und Dorothea Benke
Hier gehts zur Bildergalerie des Großen Neheimer Schnadegangs.
Vorberichterstattung
Neheimer Schnadegang 2008
Start ab Neheim: Sa. 6. September um 9:30 Uhr ab Glockenspiel, Verlauf
über Binnerfeld, Jahnallee, Freibad, Waldteich, weiter am Fuße des
Basenbergs über "Dengels's Kreuz" zum Potsdamer Platz.
Hier gegen 11 Uhr Treffen mit den "Nachbarn" aus Holzen, Herdringen,
Voßwinkel, Bachum. Auf der Wegstrecke erfolgt peu à peu ein wenig
"Heimatkunde" u.a. durch die SGV-Ortsvereine über die Wegstrecke,
Gemarkungen und Kuriositäten der Grenzregion. Ferner wird am Potsdamer
Platz (Verpflegung) ein neues Schild eingeweiht.
Pflichtritual ist selbstverständlich auch das sog. Pohläsen auf dem
Grenzstein (Äspohl). Der Rückweg erstreckt sich über den Zuhangeberg,
Weiter Weg, Schützen- u. Keglerzentrum, Denz-Brücke, Schwiedinghauser
Feld zum Fresekenhof. Hier werden die Grenzgänger zu vorgerückter
Mittagsstunde mit leckerer Verpflegung (Erbsensuppe aus der
Gulaschkanone, Leckeres vom Grill, gekühlte Getränke) und zünftiger
Musik herzlich empfangen. Auch für die Kinder wird ein ansprechendes
Unterhaltungsprogramm geboten. Die hier genannte Wegstrecke beläuft
sich auf ca. 10 km.
Ausrichter für diesen, anläßlich der 650-Jahr-Feier der Stadt
Neheim "besonderen" Schnadegang, ist die Schützenbruderschaft St.
Johannes Baptist Neheim. Unterstützt wird dieses Ereignis durch den
Heimatbund Neheim-Hüsten, die SGV-Gruppen aus Voßwinkel, Bachum, Holzen
und Herdringen. Die Startzeiten und -Orte der Wanderer aus den
benachbarten Dörfern werden hier in kürze noch bekannt gegeben.
Herzlich eingeladen sind somit alle Bürger aus Neheim, Herdringen,
Holzen, Voßwinkel und Bachum, an dieser "Stern-Schnad" teilzunehmen!
Hier finden Sie das Grußwort, die Wegstrecke, sowie die Startpunkte der einzelnen Ortsteile in dem Schnadegang-Flyer zusammngefasst.
Die Startpunkte und Zeiten für die einzelnen Ortsteile für den 6. September:
Neheim
9.30 Uhr ab Neheimer Glockenspiel
Holzen
10.30 Uhr ab St. Johannes Evangelist Kirche
Herdringen
10:15 Uhr ab FloxenstraBe, Ecke Märkische Straß
Voßwinkel/Bachum
9.30 Uhr ab St. Urbanus Kirche
Die Ankunft am Burghaus Freseken ist für 13.30 Uhr geplant. Zünftige Musik und Verpflegung runden den Tag hier ab.
Potsdamer Platz neu ausgestattet
Neheim. (JK) Am Potsdamer Platz im Neheimer Stadtwald ist alles für den Schnadegang am Samstag vorbereitet.
Eine neue Bank, gestiftet von der SGV-Abteilung Neheim, lädt dann zum Verweilen ein. Von Förster Peter Meier (Staatsforst) ist die Eiche gestiftet worden, aus der die neue Wandertafel hergestellt wurde. Diese Aufgabe übernahm im Auftrag des Heimatbundes Neheim-Hüsten und der Neheimer Schützenbruderschaft die "Neue Arbeit Arnsberg".
Hier wird der Wanderer - am Samstag die Schnadegänger aus Neheim, Voßwinkel, Bachum, Herdringen und Holzen - über die Namensgebung dieses Ortes informiert. Auch ist ein Wandererspruch unter dem Titel "Ehre sei Gott in der Höhe" dort zu lesen. Von der Schützenbruderschaft als Ausrichter des Schnadegangs im Jahr des Neheimer Stadtjubiläums begutachteten Oberst Andreas Cloer und Scheffe Friedhelm Meisterjahn die Arbeiten. Rainer Graf war gestern als stellvertretender Vorsitzender der SGV-Abteilung Neheim vor Ort.
"Bei der Rast, die hier gemacht wird, gibt es heimatkundliche Informationen", kündigte Cloer an. Unterhalten werden die Schnadegänger von Blasorchester der Arnsberger Bürgerschützen, die dieses den Neheimer Schützen zu ihrem 400-jährigen Bestehen im letzten Jahr zum Geschenk (ein Auftritt nach Wahl) gemacht haben.
Für Erfrischungen steht ein Getränkewagen zur Verfügung. Das Schnadegelage, zu dem auch alle jene eingeladen sind, die nicht mitgegangen sind, findet zum Abschluss am Fresekenhof statt.
Erschienen am 3. September 2008 in der Westfälischen Rundschau; von Julius Kolossa
Vorfreude auf Neheimer Schnadegang
... Neheim-Hüsten auf.
Der Platz liegt in einer Höhe von 303 Metern über Normalnull (NN) und ist am Samstag, 6. September, Treff- und Sammelpunkt des sternförmigen Neheimer Schnadegangs, an dem sich auch die SGV-Abteilungen Vosswinkel/Bachum, Holzen, Herdringen und Neheim beteiligen. Ausrichter des Schnadegangs ist die Neheimer Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist, Kooperationspartner ist der Heimatbund Neheim-Hüsten.
Rainer Graf, stellvertretender Vorsitzender SGV Neheim, Schützenoberst Andreas Cloer und Scheffe Friedhelm Meisterjahn halfen gestern bei einigen Arbeiten auf dem Potsdamer Platz. "Es ist ein typischer Rastplatz, schon allein deshalb, weil sich hier ein großes Wegekreuz befindet", erklärte Cloer. Die alte marode Bank war Meisterjahn schon lange ein Dorn im Auge. Während der Arbeitsbesprechungen zum Schnadegang sei die Idee entstanden, eine neue Bank und ein Wanderschild aufzustellen. Die Bank wurde von der SGV-Abteilung Neheim gestiftet. "Von Heimatbund und Schützenbruderschaft ist das Schild", so Graf.
Eichenholz gespendet Das Eichenholz für das Schild spendete Staatsförster Peter Meier. Auf dem Schild steht: Postdamer Platz 303 Meter NN und die Geschichte, wie es zu der Benennung des Platzes kam. Zur Namensgebung: Sie wurde erst Mitte des 20. Jahrhundert gebräuch-lich. Waldarbeiter mussten für Langholzfuhren einen größeren Kreuzungsbereich schaffen. Bei der Abnahme soll der Neheimer Forstamtsleiter kritisiert haben, dass der Be-reich größer als der Potsdamer Platz ist. Ferner ziert das Schild ein kleines Gedicht eines unbekannten Verfassers. Der 1.Vorsitzende des SGV Neheim, Hans-Dieter Huber, hat das Schild entworfen. "Leider ist bei der technischen Ausfertigung im Eifer des Gefechts das Wort Potsdam mit zwei ,m' geschrieben worden", erklärt Huber einen Schreibfehler auf dem Schild. Der Fehler auf dem Schild werde noch rechtzeitig bis zum Schnadegang korrigiert.
Der Neheimer Schnadegang startet am Samstag, 6. September, um 9.30 Uhr am Neheimer Glockenspiel (Hauptstraße). Während des Schnadeganges wird man am Potsdamer Platz für eine kur-ze Rast verweilen und etwas über den Ort erfahren. Für Erfrischungen ist gesorgt. Gemütlicher Ausklang mit Suppe und Musik ist dann ab 13.30 Uhr am Fresekenhof.
Der Neheimer Schnadegang findet diesmal als "Stern-Schnad" statt. In Zusammenarbeit mit den SGV-Abteilungen Herdringen, Holzen, Neheim und Voßwinkel/Bachum sowie mit dem Heimatbund Neheim-Hüsten gibts deshalb neben Neheim auch noch drei weitere Startzeiten: In Holzen um 10.30 Uhr ab Kirche St. Johannes Evangelist; in Herdringen um 10:15 Uhr ab Floxenstraße, Ecke Märkische Straße, für Voßwinkel/Bachum in Voßwinkel um 9.30 Uhr an der Urbanuskirche.
Erschienen am 3. September 2008 in der Westfalenpost; von Achim und Dorothea Benke
Schnadegang war einst Bürgerpflicht
Neheim. (wel) Die Zeiten ändern sich. Heute appellieren die Ausrichter
des Neheimer Schnadegangs an die Bevölkerung, sich an der
Brauchtumsveranstaltung zu beteiligen. Früher dagegen wurde die
Teilnahme einfach jedem Bürger zur Pflicht gemacht.
Wie die Verfassungen vieler anderer mittelalterlicher Städte kannte auch die so genannte Neheimer Morgensprache diese Bestimmung. Sie entstammt einer Zeit, als das Katasterwesen noch nicht entwickelt war. Bis zur Einführung der amtlichen Flurkarten musste das Wissen vom Verlauf der Grenzen von den Menschen in lebendiger Erinnerung gehalten werden.
Bei den Schnadezügen wurde es regelmäßig wieder aufgefrischt und ging dabei auch von der älteren auf die jüngere Generation über. Neulingen wurden diese Kenntnisse recht drastisch und nachhaltig "eingebläut", entweder durch Verabreichen schallender Ohrfeigen oder durch das harte Aufstoßen des Hinterteils auf den Grenzstein, das noch heute symbolisch praktizierte "Pohläsen".
Im Neheimer Heimatbuch von 1928 kann man nachlesen, dass die Schnadegänger, geführt von Bürgermeister und Rat, "mit fliegendem Fähnlein und Trommelschlag" an den Grenzen (Schnade bedeutet Schneise oder Grenze) entlang zogen. Oft geschah dies in Begleitung der Nachbarn, so dass Unstimmigkeiten an Ort und Stelle geklärt werden konnten. Aus den Aufzeichnungen zur Briloner Schnade wissen wir, dass sich daraus gelegentlich auch handfeste Auseinandersetzungen entwickelten.
Als die Schnadegänge bereits überflüssig geworden waren, lebten sie doch mancherorts als Brauchtum fort, bis sie 1841 von der Arnsberger Regierung, die überall "Revolution" witterte, verboten wurden. In Neheim fanden sie noch bis zum Ende der 1830er Jahre statt.
Es dauerte dann fast hundert Jahre, bis der Brauch - ebenso wie das Osterfeuer - 1921 wiederbelebt wurde. In der Folgezeit zogen die Neheimer alle zwei Jahre auf die Schnade und inspizierten dabei jeweils die Hälfte der Stadtgrenzen. Im Stadtwald gedachten sie dabei stets ihres gräflichen Gönners, des Grafen Gottfried IV. von Arnsberg, der ihnen diesen wertvollen Besitz vermacht hat.
