1. Kompanie schaut zum Jubiläum nach vorn

Das tradionelle Grünkohlessen der 1. Kompanie und die 10-jährige Geburtstagsfeier der Kompanie, war ein voller Erfolg. Über 90 Kompaniemitglieder und Gäste darunter der Schützenoberst Andreas Cloer, der Schützenkönig Michael Kamphaus mit seiner Königin Ingeborg und die Kompanieleitungen der übrigen 5 Kompanien, konnte der Kompanieleiter Meinolf Gerwin begrüßen. In seiner Begrüßungsrede zog er Bilanz der 10 Jahre.

Bis tief in die Nacht feierte man nach dem deftigen und leckeren Grünkohl. Diese Tradition wird fortgesetzt, war man sich einig.

Die spontane Verlosung einer Überraschung trug zur tollen Stimmung bei. Am 6. Dezember wird die Gewinnerin, Angelika Meisterjahn, ihr "blaues Wunder" erleben.

Rede des Kompanieleiters

Liebe Schützenschwestern, liebe Schützenbrüder liebe Gäste,

Die Zeit als Thema
- Vergangenheit als Erinnerung an die Geschichte,
- Gegenwart als Vergegenwärtigung des Zusammenseins,
- Zukunft als Ansporn zu Verantwortung.

wie alles begann…

Lasst mich die Geschichte der Kompanien mal aus Sicht einer normalen gesellschaftlichen Familie betrachten.

Die Eltern, der Geschäftsführende Vorstand der Bruderschaft in Vertretung von Oberst Günter Becker als Vater und die Bruderschaft selbst als Mutter zeugten am 6. Dezember 1998 (was kann man an einem kalten Wintertag auch sonst machen) das Kind Kompanie. Und siehe da, nach nur 3monatiger Schwangerschaft wurden nach und nach Drillinge geboren. Im  Februar 1999 erblickte die 3. Kompanie das Licht der Welt. Am  9. März 1999 dann die 2. Kompanie und am 16. März 1999 die ERSTE. - Ja, es waren Drillinge, ein Kind, nämlich die Schiessgruppe wurde adoptiert als 4. Kompanie und 2 Kinder (die Jugend- und die Kinderkompanie waren ja schon da. Nun hatte die Bruderschaft plötzlich 6 Kinder. Und Eltern wissen, wie anstrengend, aber auch wie unterschiedlich 6 Kinder sind.

Die Erziehung der Kinder gestaltete sich auch nicht immer einfach. Das höchste Ziel der Erziehung war Fleiß. Das haben sie auch recht schnell gelernt. Jedes Kind übernahm schon nach kürzester Zeit eigenverantwortlich Aufgaben, die sonst die Eltern hätten machen müssen. Man forderte absolute Loyalität zum Elternhaus, ein repräsentatives Auftreten und Selbstbewusstsein. Die Kinder lernten schnell (das lag an den hochtalentierten Kompanieleitern) und so konnten nach kurzer Zeit schon verschiedene Meisterprüfungen abgelegt werden. Sie machten ihre Aufgaben gut. Die Eltern hatten viel Freude mit und an ihnen. Nur ein Kind geriet kurz auf die schiefe Bahn, wie die Jungend so ist, konnte aber schnell wieder zurückgeholt werden. Die Kinder haben in kurzer Zeit den Eltern zu Ruhm und Reichtum verholfen. Sie hatten die jährliche Apanage gut angelegt. Die Mutter wurde immer fetter (der Bestand der Mitglieder stieg in kurzer Zeit von 800 Mitgliedern auf über 1200 Mitglieder) und der Vater setzte sich zur Ruhe.

... die Geschichte eines der Kinder:

Ab hier möchte ich nur noch die Geschichte eines der vielen Kinder erzählen. Das Kind mit den roten Haaren. Es war anfangs das berühmteste Kind. Es stellte den Schützenkönig bei der Geburt. Es übernahm schwierigste Aufgaben. Die ERSTE übernahm schnell die Organisation der Graf-Gottfried-Gedächtnisfeier im Kölner Dom. Unser Mitglied Hermann Griesenbrock organisierte jahrelang die Schützenfahrten und mit Franz-Josef Bankamp, dem Schatzmeister unserer Kompanie gemeinsam, hatte die Kompanie einen großen Anteil an der hervorragenden Organisation zur Teilnahme an der Steubenparade in New York.
Auch wenn es ihnen nicht gelungen ist, dass der Oberst seine Frau mitnehmen durfte. An der Erstellung der Chronik waren Mitglieder der ERSTEN maßgeblich beteiligt. Und in den Vorstandssitzungen haben Mitglieder der ERSTEN ein gewichtiges – manchmal auch – das letzte Wort.

Dadurch alterte das Kind mit den roten Haaren aber auch sehr schnell. Viele Arbeiten wurden ihm inzwischen zu schwer. Dafür übernimmt es die Denk- und Organisationsaufgaben und viel Verantwortung. Glaube – Heimat - Sitte schrieb es sich auf die Fahne und bei der Repräsentanz zu diesen Themen steht die Rote, wie sie liebevoll gerufen wird, ihren Mann oder Frau. Frau - ja  auch hier ist sie  beispielhaft. Sie hat als Erste Kompanie eine Frau mit in der Verantwortung genommen. Ihre kompanieinternen Veranstaltungen galten stets der Heimat und dem leiblichen Wohl. Es wurden Stadtbesichtigungen in Neheim und Arnsberg unternommen. Es wurde das Wasserwerk und die Kläranlage besichtigt unter dem Motto: Wie kommt das Wasser in unser Haus und wie verlässt es uns wieder. Wanderungen in den heimischen Wäldern waren auch beliebt und besucht. Nicht zuletzt unser Familiennachmittag am Fresekenhof, wo die Generationsprobleme keine mehr sind sowie dieses inzwischen traditionelle Grünkohlessen.
Nach kurzer Lebenszeit drohte dem Kind mit den roten Haaren eine schwere Krankheit – die spanische Grippe – unser Gründungsleiter verließ nicht die Kompanie aber das Land. Es musste ein neuer Leiter her – auch diese Krise wurde gemeistert.

Dieses Kind ist gelegentlich ein wenig in sich zerrissen, steht aber wenn es darauf an kommt zusammen. Einer für Alle – Alle für Einen. Es ist bewundernswert, wie die Generationen in diesem Kind vereint sind, vor allem die ältere Generation. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sich die Rote derzeit nicht aktiv um die Königswürde bemüht da doch in ihr 14 Königspaare und 2 Jubelkönigspaare in den 10 Jahren vereint waren. 2 sind leider in den letzten Jahren verstorben.
Aber, liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder, in den 10 Jahren sind auch andere unvergessene Aktive der ERSTEN gestorben. Stellvertretend für alle nenne ich hier Rolf Becker, der zum Gründungsvorstand der Kompanie gehörte.

Um die Berühmtheit des Kindes ERSTE insgesamt darzustellen sei zu erwähnen dass: 8 Vorstands- und 15 Ehrenvorstandsmitglieder (von 16) zu ihr gehören. Hierunter sind: 2 Ehrenoberste, 2 Scheffen (auf den dritten Scheffen warten wir), 2 Schriftführer, 2 Hauptmänner, der Stadtoberst, und nicht zuletzt alle 6 ältesten der Bruderschaft. Fazit und Aufruf an die Jugendkompanie: entscheidet Euch für die ERSTE, dann ist die Chance, mal ältestes Bruderschaftsmitglied zu werden sehr hoch.
Ich könnte noch Stunden über dieses Kind erzählen, wünsche ihm aber nur noch eins: dass es ganz alt wird. Last uns den 10. Geburtstag heute feiern. In diesem Sinne wünsche ich Euch einen guten Appetit und bedanke mich für Eure Aufmerksamkeit.

Prost und guten Appetit. - Horrido

 

Die Einladung zur Feier

Grünkohlessen der 1. KompanieDas traditionelle Grünkohlessen der 1. Kompanie mit Feier zum 10-jährigen Jubiläum der Kompanie findet am

6. November  2009 um 18.30 Uhr
im Schützen- und Keglerzentrum Neheim, Jahnallee

statt. Anmeldungen bitte bis zum 31.10.2009 beim Kompanieführer Meinolf Gerwin, Telefon: 02932 / 1399 oder per e-Mail an meinolf.gerwin@freenet.de.

 
Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist Neheim 1607 e.V.