Fresekenhof

"Der Fresekenhof geht in seinen Ursprüngen auf die 1360er Jahre zurück", heißt es in der Denkmalsliste der Stadt Arnsberg, in die das ehemalige Burghaus als Nr. 120 eingetragen ist. Das historische Gebäude nimmt seit nunmehr 650 Jahren einen bedeutenden Platz in der Heimatgeschichte ein.

Das neue Haus für treuen Burgmann Wilhelm Freseken
Siegel Freseken

Eine Linie des Geschlechts von Neheim wird Lehensträger

"Onse nuwe huys in onserburch zu Nehem", ließ der Kölner Erzbischof Friedrich III. am 28. August 1377 beurkunden. "Unser neues Haus in unserer Burg zu Neheim" gab er damit seinem Burgmann Wilhelm Freysken für treue Dienste zu Lehen. Und dessen Namen trägt es noch heute: Fresekenhof.

Der Heimatforscher Bernhard Bahnschulte (1894 - 1974) war schon in dem Neheimer Heimatbuch von 1928 zu dem Schluss gekommen, dass dieses "neue" Haus "in dem voraufgegangenen Jahrzehnt während eines Krieges mit dem Grafen von der Mark zur Verstärkung der Burg erbaut" worden war. Es sicherte unter anderem diewichtige Ruhrfurt und das Ruhrtor, das auf der gegenüberliegenden Seite vom Burghaus Schüngel (heute Parkplatz unter der Autobahnbrücke) flankiert wurde. Nachdem der kinderlose Graf Gottfried IV. von Arnsberg sein Territorium 1369 an das Erzstift Köln verkauft hatte, war der Kölner Erzbischof Landesherr. Als Verwalter des gräflichen Haupthofes in Neheim tauchen schon Anfang des 13. Jahrhunderts Rittermit dem Namen von Neheim auf. Dieses Geschlecht entwickelt später drei Hauptlinien, von denen eine den Beinamen Freseken erhält. Der Name wird unterschiedlich gedeutet, unter anderem als "Krägelchen" oder als "Hänfling" (so lebhaft wie dieser Vogel).

Die Linie der Freseken, die als Wappen einen springenden roten Fuchs auf goldfarbenem Schilde führten, erlosch schon um 1600, die beiden anderen Geschlechter pflanzten sich außerhalb Neheims noch bis ins 18. Jahrhundert fort.

Ein Türkenknabe, ein Mord und ein Lager

Eine Linie des Geschlechts von Neheim wird Lehensträger

"Onse nuwe huys in onserburch zu Nehem", ließ der Kölner Erzbischof Friedrich III. am 28. August 1377 beurkunden. "Unser neues Haus in unserer Burg zu Neheim" gab er damit seinem Burgmann Wilhelm Freysken für treue Dienste zu Lehen. Und dessen Namen trägt es noch heute: Fresekenhof.

Der Heimatforscher Bernhard Bahnschulte (1894 - 1974) war schon in dem Neheimer Heimatbuch von 1928 zu dem Schluss gekommen, dass dieses "neue" Haus "in dem voraufgegangenen Jahrzehnt während eines Krieges mit dem Grafen von der Mark zur Verstärkung der Burg erbaut" worden war. Es sicherte unter anderem diewichtige Ruhrfurt und das Ruhrtor, das auf der gegenüberliegenden Seite vom Burghaus Schüngel (heute Parkplatz unter der Autobahnbrücke) flankiert wurde. Nachdem der kinderlose Graf Gottfried IV. von Arnsberg sein Territorium 1369 an das Erzstift Köln verkauft hatte, war der Kölner Erzbischof Landesherr. Als Verwalter des gräflichen Haupthofes in Neheim tauchen schon Anfang des 13. Jahrhunderts Rittermit dem Namen von Neheim auf. Dieses Geschlecht entwickelt später drei Hauptlinien, von denen eine den Beinamen Freseken erhält. Der Name wird unterschiedlich gedeutet, unter anderem als "Krägelchen" oder als "Hänfling" (so lebhaft wie dieser Vogel).

Die Linie der Freseken, die als Wappen einen springenden roten Fuchs auf goldfarbenem Schilde führten, erlosch schon um 1600, die beiden anderen Geschlechter pflanzten sich außerhalb Neheims noch bis ins 18. Jahrhundert fort.

Millioneninvestition schafft ein Bürgerhaus

Ehemaliger Stadtdirektor Dr. Günter Cronau machte sich ab 1975 für die Erhaltung des allmählich verrottenden Baudenkmals stark

Der Fresekenhof war schließlich nicht nur in die Jahre, sondern auch heruntergekommen. Der Eigentümer, Freiherr Engelbert-Eberhard von Fürstenberg, sah keine Möglichkeit für Investitionen, weil die seit Jahren schwebende Frage des Autobahnbaus immer noch unbeantwortet war. Ab 1975 setzte sich dann Dr. Günter Cronau als Stadtdirektor der neuen Stadt Arnsberg für den Erhalt des allmählich verrottenden Gebäudes ein. Nachdem sich die Kommunalpolitiker seiner Meinung angeschlossen hatten, war es eine Frage von Verhandlungen, bis feststand: Die Stadt erwirbt das historische Burghaus, um es zu restaurieren und als Bürgerzentrum zu nutzen.

Am 30. Januar 1980 beschloss der Rat den Kauf des Gebäudes, das der Landeskonservator als "ein Denkmal von örtlicher und landesgeschichtlicher, historischer und baugeschichtlicher Bedeutung" einstufte. Von dem durch einen Gutachter ermittelten Preis von 190000 DM schenkte der Eigentümer der Stadt 90000 DM.

Ab 1982 wurde der Fresekenhof außen wie innen aufwändig restauriert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1,248 Millionen DM, die das Land mit 373728 DM bezuschusste. Während der Arbeiten wurde die alte Eingangstür gestohlen. Sie ist bis heute nicht wieder aufgetaucht und musste durch einen Nachbau ersetzt werden.

Am 13. April 1984 wurde der neue alte Fresekenhof in die Denkmalsliste eingetragen. "Neheims allerbestes Stück" hieß es damals in der Zeitung.

Der Freskenhof in einigen Worten

Eines der ältesten, auch nach verschiedenen Kriegswirren und Stadtbränden in seiner Grundsubstanz erhalten gebliebenen Gebäude Neheims ist der Fresekenhof. Das Gebäude wurde von der Stadt erworben und komplett, unter Wahrung der denkmalpflegerischen Aspekte, renoviert.

Die in neuem Glanz erstrahlten Räumlichkeiten wurden repräsentativen Vereinen der Stadt zur Nutzung zur Verfügung gestellt. So erhielten die Schützenbruderschaft, der Jägerverein und der Strohdorf-Klub eine zentrale Begegnungstätte. Auf dem von gewaltigen Mauern eingefriedeten Außengelände steht die Vogelstange.

Da der damalige Standort der Vogelstange am Wiedenberg dem Straßenbau weichen musste, wurde nach einem neuen Platz gesucht. Nach anfänglichen Einwänden des Jägervereins wurde sie letztendlich im Fresekenhof aufgestellt und mit dem vom Ehrenmitglied der Schützenbruderschaft, Erzbischof Dr. Degenhardt, abgegebenen ersten Schuss in Betrieb genommen. 

Hunderte von Schaulustigen finden sich auf dem Fresekenhof im Schatten der riesigen Kastanien zum Vogelschießen ein. Zahlreiche Veranstaltungen der Schützen finden ebenfalls hier statt, bzw. ihr Ende, z.B. das Kinder- und das Jugendschützenfests, der Schnadegang, das Patronatsfest, die Bierprobe und der Seniorennachmittag.

Ein wenig Heimatkunde

Eine Linie des Geschlechts von Neheim wird Lehensträger

Das Freseken-Haus war eines von ehemals drei Neheimer Burghäusern. Sie sprangen bollwerkartig aus der Stadtmauer hervor. Ihre Besitzer führten den Titel Burgmannen. Vom Erzbischof mit Haus und Grundstücken belehnt, waren die Burgmannen verpflichtet, diese Befestigungen und somit die Ortschaft Neheim in Krisenzeiten zu verteidigen.

Die Freseken waren ein Geschlecht von Rittern und Burgmannen, die im Mittelalter die Landsburg der Grafen von Arnsberg hüteten. Der Graf hatte diese Burg 1270 am Ruhr-Möhne-Eck erbaut, um die Landstraße durch das Ruhrtal zu kontrollieren und die Grenze seiner Grafschaft zu schützen. Für ihre Dienste erhielten die Burgmannen Freseken Grundbesitz, Naturalien und Gelder sowie Häuser. Sie bewohnten das 1360 erstmals urkundliche erwähnte "Neue Haus", ein Burghaus in der Nähe der Burg.

Am 28. Juli 1377 erhielt der Neheimer Burgmann Wilhelm Freseken dieses "Neue Haus" von Erzbischof Friedrich von Köln als erblichen Lehnbesitz. Über 200 Jahre saßen die Freseken auf ihrem Lehen. Zur Erinnerung an die Familie Freseken heißt die Örtlichkeit noch heute Fresekenhof. Die Freseken besaßen im Umkreis von Neheim noch weitere Güter, so das Gut Nierhoff bei Voßwinkel, Scheidingen bei Werl sowie das Schloß Höllinghofen.

Im 17. Jahrhundert ging der Fresekenhof in den Besitz der Familie von Boenninghausen über. Die meisten männlichen Mitglieder der Familie dienten im kurkölnischen, münsterschen oder preußischen Militär. Einer von ihnen war Ferdinand Lothar von Boenninghausen. 1636 geboren, lebte er von 1660 bis zu seinem Tode im Jahre 1680 in Neheim. Ferdinand Lothar von Boenninghausen fiel als Oberst eines kurkölnischen Reiterregiments während des Türkenkrieges in Ungarn. Noch heute befinden sich seine Initialen an der Frontseite des Fresekenhofes. Ebenso erinnert die Jahreszahl 1680 an gleicher Stelle an sein Todesjahr.

An die Stelle des historischen "Neuen Hauses" trat in späteren Jahrhunderten das Gräflich Fürstenbergische Haus - der heutige Fresekenhof - an der Ruhrbrücke.
Zwei Straßen unserer Stadt, der Fresekenweg und der Boenninghausenweg halten das Gedenken an die alten Neheimer Geschlechter aufrecht.

Anmerkung: Das amtliche Telefonbuch 1999/2000 weist weder einen Eintrag Freseken noch einen Eintrag Boenninghausen aus.