1220 Schwiedinghauser

Wie jeder Familie oder sonstigen Gemeinschaft steht auch der Schützenbruderschaft Sankt Johannes Baptist ein eigenes "Zuhause" für organisatorische und gesellschaftliche Zusammenkünfte und Veranstaltungen zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um das bruderschaftseigene Schützen- und Keglerzentrum in der Neheimer Jahnallee, in direkter Nähe zum Ruhrtalradweg.

Schützen- und Keglerzentrum - "Zum Schwiedinghauser Feld"

Ca. 500 Quadratmeter umfasst die Nutzfläche, auf der ein großzügiger Schankraum und zwei moderne Gesellschaftsräume mit insgesamt mehr als 200 Sitzplätzen angesiedelt sind. In den Sommermonaten ergänzt ein Biergarten das gastronomische Angebot.
Familien, Firmen, Stammtischrunden und andere gesellige Treffen erfreuen sich an den gemütlichen Räumlichkeiten und den kulinarischen Angeboten.
Zum Zentrum gehören sechs Bundeskegelbahnen, die, in hoher technischer Qualität und mit modernster Elektronik ausgestattet, zu sportlichen oder auch gemütlichen Kegelwettkämpfen bereitstehen.

In den Gebäudekomplex sind außerdem die Vereinsräume der Schießsportgruppe der Schützenbruderschaft integriert. Sie nutzt das im Außenbereich der Gesamtanlage befindliche Schießsportzentrum mit Schießbahnen für Luftgewehr, Kleinkaliber und Schnellfeuerpistole.

Die Gründung einer Schießgruppe innerhalb der Bruderschaft im Jahre 1959 und ihre Aktivitäten in den folgenden Jahren zogen nachhaltige Veränderungen in der Organisation und örtlichen Situation der Bruderschaft nach sich. Nachdem die Schießgruppe zunächst die Schießanlage im Neheimer Kolpinghaus nutzen konnte, entstand die Planung zur Errichtung eines eigenen Schießstandes. Nach eingehenden Überlegungen
und detaillierten Planungen wurden diese ab 1964 in die Realität umgesetzt. Mit Hilfe von Spenden, Sammlungen, dem Verkauf von "Bausteinen" und durch hohen Arbeitseinsatz der Schießsportler und der Schützenbruderschaft entstand in der Jahnallee eine neue Schießanlage, die im Juni 1970 eröffnet wurde.

Im gleichen Zeitraum wurde seitens der Stadt neben dem jetzigen Gelände des Schützen- und Keglerzentrums ein Verkehrskindergarten errichtet.
Beide Einrichtungen waren jedoch durch ihre ortsferne Lage nicht in allen Belangen akzeptabel. So fehlten sanitäre Einrichtungen für den Verkehrskindergarten, und die baulichen Anlagen der Schießsportanlage waren nicht genügend gegen Einbruch oder
sonstige Beschädigungen gesichert. Nach mehreren Einbrüchen und Brandstiftungen in den Jahren 1972 und 1973 war die in Anspruch genommene Versicherung nicht mehr Schützen- und Keglerzentrum bereit, ohne entsprechende Sicherungsmaßnahmen die Reparaturen zu übernehmen.
Demzufolge forderte sie zur Vermeidung weiterer Schäden eine Überwachung oder eine andere Absicherung der Schießsportanlage.

Diese Anforderungen mündeten zunächst in die Überlegungen, die Schießsportanlage durch eine Wohnung zu erweitern. Damit war jedoch eine Wirtschaftlichkeit der Anlage nicht sichergestellt. Es folgten Gespräche mit der Stadt, die an der Errichtung von Schulungsräumen in Verbindung mit dem Verkehrskindergarten und sanitären Anlagen für diesen interessiert war. Dabei kamen auch die aus den Kreisen der Neheimer Sportkegler geäußerten Wünsche zur Sprache, in Verbindung mit dem Schießstand Kegelbahnen zu errichten, denn die vorhandenen Bahnen in der Neheimer Innenstadt reichten für die große Nachfrage nicht aus. Zudem wurde der Bau von Kegelbahnen aus Umweltschutzgründen
in die Außengebiete als wünschenswert bezeichnet.

Aus den Gesprächen und Überlegungen kristallisierte sich der Vorschlag heraus, das Schießstandgelände an der Jahnallee baulich zu erweitern und zwar

  • durch Errichtung von Kegelbahnen, deren Anzahl (vier oder sechs) von der Wirtschaftlichkeit abhängig sein sollte,
  • durch die Einrichtung eines Aufenthaltsraumes mit Ausschankmöglichkeit,
  • durch Einrichtung eines Schulungsraumes für den von der Stadt neben dem Schießstandgelände vorgesehenen Schulverkehrsgarten und
  • durch die Herrichtung einer Wohnung.

Der erforderliche Finanzaufwand hätte allerdings die Möglichkeiten der Schützenbruderschaft gesprengt. Die Stadt erklärte sich jedoch auf Grund der gewünschten Mitnutzung der Räumlichkeiten und Anlagen im neu zu erstellenden Schützenzentrum sowie im Sinne der Erweiterung des geplanten Freizeitbereiches "Schwiedinghauser Feld" zu finanzieller Unterstützung in Form eines Darlehens/Ausfallbürgschaft bereit, unter der
Bedingung, dass bei Aufgabe des Zentrums dieses an die Stadt fällt.

Ab 1973

1973 wurden in der ersten Planungsphase vier Kegelbahnen mit den entsprechenden Räumlichkeiten sowie eine Gastwirtschaft und ein Gesellschaftsraum konzipiert. Diese Nutzflächen ergänzte man kurzfristig durch zwei Kegelbahnen und eine Wohnung für den Gastwirt sowie die entsprechenden Wirtschaftsräume, deren zusätzliche Finanzierung die ohnehin schon angespannte Finanzsituation weiter verschärfte und eine Nachfinanzierung erforderlich machte. Mit Unterstützung der Stadt kam es dann zu der Verwirklichung der Pläne: Errichtet wurden sechs Scherenbahnen, Umkleideräume mit Dusche, eine Gastwirtschaft für ca. sechzig und ein Gesellschaftsraum für vierzig Personen, eine Wohnung und die erforderlichen Wirtschaftsräume, sechs Schießstände mit je drei Hundert- und Fünfzig-Meter-Bahnen für Kleinkaliber, mit Pistolen- und Luftgewehrständen.

Die Eröffnung des Schützen- und Keglerzentrums am 30. April 1974 war ein Meilenstein in der bis dahin 367-jährigen Geschichte der  Schützenbruderschaft. Die rustikal ausgestatteten Gasträume strahlten eine gemütliche Atmosphäre aus, und die Gäste der Eröffnungsfeier aus Politik, Kirche und gesellschaftlichen Vereinigungen waren voll des Lobes. Die Freude über die neue Bundeskegelanlage spiegelte sich darin wieder, dass dort schon wenige Tage später die Bundesliga-Aufstiegswettkämpfe ausgetragen wurden.

In den folgenden Jahren wurde das Schützen- und Keglerzentrum immer wieder erweitert und auf den neuesten Stand gebracht, sowohl in Hinsicht auf die Erneuerung und Erweiterung der Räumlichkeiten als auch auf die kulinarischen Angebote. Nach den nur kurzen Pachtzeiten durch die Ehepaare Krahe, Lehmann-Hartwig, Beckmann und Biselli hat das Zentrum mit der Familie Mayer seit dem 1. April 1978 engagierte Gastwirte gefunden.

Die weiteren Aktivitäten für das Schützen- und Keglerzentrum gingen mit der Gründung eines Hausvorstandes einher, um die Verwaltungstätigkeiten zu koordinieren.

Schon 1984 erfolgten die Vergrößerung der Küche und das Anlegen einer Sommerterrasse. Leider kündigten im Jahre 1988 die Neheimer Kegler ihre Nutzung der Kegelbahnen, so dass für das Zentrum zunächst ein namhafter Umsatzeinbruch entstand, der allerdings durch die Gewinnung neuer Kegelclubs teilweise wieder ausgeglichen werden konnte.
1994 wurde der Pachtvertrag mit der Stadt für das Gelände durch Änderung in ein Erbbaurechtsverhältnis, welches bei Vertragsabschluss 1973 noch nicht zugestanden Schankraum worden war, auf eine neue rechtliche Grundlage gestellt.
In der Generalversammlung am 8. März 1996 kündigte der Vorstand die Renovierung und Neumöblierung der Kegelbahnen an. Beim am 31. August 1996 durchgeführten "Tag der offenen Tür" für die Kegelbahnen und den Schießstand konnten sich die Besucher von der gelungenen Renovierung der Kegelbahnen und der dazugehörigen Räumlichkeiten sowie des Schießstandes überzeugen.

Ab 1997

1997 folgte dann eine umfassende Renovierung der Gaststätte, so dass das gesamte Schützen- und Keglerzentrum den Besuchern auf neustem Stand wieder zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden konnte.

Die Überlegungen und Planungen für den Erhalt und die Erweiterung des Schützen- und Keglerzentrums setzten sich weiter fort. Schon im Januar 1999 stellte der Vorstand der Schützenbruderschaft neue Pläne sowie deren Finanzierung zur Erweiterung und Neugestaltung des Gesellschaftsraumes vor, dessen Innenausbau im März in Auftrag gegeben wurde. Ende Juli konnte er fertiggestellt und der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Während sich die bisherigen Renovierungen vorrangig auf Instandhaltung und Einrichtung konzentrierten, folgten ab 2003 Maßnahmen zur Erhaltung der Gebäude und sanitären Anlagen. Gemäß Vorstandsbeschluss stand die Erneuerung der Bedachung, der sanitären Anlagen, der Heizung und der Kegelbahnen im Blickpunkt der Aktivitäten und wurden zur Durchführung in Auftrag gegeben. Dazu gehörte u.a. die Lieferung und Montage eines Tonnendaches über den Kegelbahnen, welches im Juli 2004 installiert wurde.

Auch der Umbau der Gaststätte zu barrierefreien Gasträumen mit Behindertentoilette zählte zu den Maßnahmen. Das Schützen- und Keglerzentrum erhielt dafür vom VDK die Plakette und Auszeichnung "Barrierefreie Gaststätte".

Ab 2004

Der Verein der Neheimer Kegler hatte sich inzwischen für die Ausübung seiner Trainingsabende und Wettkämpfe wieder für das Schützen- und Keglerzentrum entschieden. So konnte nach Fertigstellung der Umbauarbeiten gemeinsam mit dem Verein der Neheimer Kegler am 16. Oktober 2004 ein "Tag der offenen Tür" gestaltet werden.

Neben den freiwilligen Leistungen der Schützenbrüder zur Erhaltung des Schützen- und Keglerzentrums sind Verpflichtungen aus dem Pachtvertrag zu erfüllen. Daher werden in jährlich wiederkehrendem Arbeitseinsatz viele Stunden im Frühjahr und Herbst für die Pflege der Außenanlagen aufgewendet und notwendige Instandhaltungs- und Säuberungsarbeiten durchgeführt. Die Installation der neu angeschafften Stehleuchten vor dem Schützen- und Keglerzentrum dienen der Sicherheit der Besucher.

Im September 2004 wurde das Dach der Kegelbahn (Bogendach) saniert.

Ab 2007

Auch für den neben dem Schützen- und Keglerzentrum liegenden Verkehrskindergarten hat sich die Bruderschaft engagiert, indem sie sich in den Dienst der Gemeinschaft stellte und beispielsweise im Sommer 1998 eine umfangreiche Renovierung der Anlage durchführte. Ca. 300 Arbeitsstunden wurden investiert und mehrere Tausend DM für Materialien ausgegeben. An diesen Arbeiten hatte sich auch der Schützenbruderschaft verbundene Kegelclub Schock 11 mit hohem Arbeitsaufwand und Geldbetrag beteiligt.
Auch im Jahre 2007 setzten sich Mitglieder der Bruderschaft erneut für eine Renovierung dieser Außenanlage ein.

Abschließend ist festzustellen, dass der Aufbau und die Unterhaltung des Schützen- und Keglerzentrums in den ersten Jahren nach seiner Erstellung zunächst nur mit hohem Engagement seitens der Bruderschaft und mit Hilfe der Stadt realisiert werden konnte. Da das neue Zentrum jedoch schon nach wenigen Jahren die entsprechende Akzeptanz bei der Bevölkerung erreichte und wirtschaftlich ausgeglichene Ergebnisse präsentieren konnte, wurde das finanziell prophezeite "Fass ohne Boden" keine Wirklichkeit, aber für die Schützenbruderschaft ein echtes "Zuhause".

Ab 2010

Die Entscheidung einen Umbau und eine Erweiterung der Gastronomie im 1220 Schwiedinghauser vorzunehmen entstand im April 2010.

Anfang September im gleichen Jahr wurde dann nach ausführlichen Planungen mit dem umfangreichen Umbau begonnen, welcher im November 2010 bereits fertiggestellt wurde.

Ende 2011 wurde auch der neue Biergartenbereich eröffnet und im Dezember 2013 die neuen Parkplätze am 1220 Schwiedinghauser.

Seit dem großem Umbau im Jahre 2010, in der die Schützenbruderschaft viel Zeit, Arbeit und Geld investierte, finden die Gäste im "1220 Schwiedinghauser" ein ansprechendes Ambiente direkt am Ruhrradweg.

Im großen Gastraum mit gemütlichen Kamin schmeckt ein frisch gezapftes Warsteiner zum herzhaften Essen von der umfangreichen Karte besonders gut. Ab Nachmittags gibt es ebenfalls leckeren Kaffee und hausgemachten Kuchen.

Platz ist für größere Gesellschaften im „kleinen" oder „großen" Saal. Diese sind mit modernster Licht- und Ton-Technik (u.a. Lautsprecheranlage für den Außen- und Innenbereich) ausgestattet.

Zum „1220“ gehören außerdem sechs Kegelbahnen, die von Kegelclubs- und vereinen genutzt werden, aber nach Terminabsprache auch von Hobbykeglern gebucht werden können. Auf dem Schießstand für Luft- und Kleinkaliberwaffen richtet die Schützenbruderschaft ihre Vereinsmeisterschaften aus, aber auch Wettbewerbe mit anderen Vereinen.

Viele Generationen haben auf dem benachbarten Verkehrsübungsplatz schon das Fahrradfahren gelernt. Der Parcours ist als kleine Straßenlandschaft angelegt, zu der auch ein Kreisverkehr gehört sowie ein Zebrastreifen. Nachdem der Nachwuchs hier seine ersten Fahrversuche bewältigt hat, können diese Erfolge im „1220“ gefeiert werden – bei schönem Wetter bietet sich dafür der große Biergarten an.
 
Das Pächter-Ehepaar Ilona und Matthias Meyer ist mit ihrem Team dienstags bis freitags ab 15 Uhr und samstags und sonntags ab 11 Uhr (Montags Ruhetag) für seine Gäste da.